Hier lernst du die Poker Regeln in ihrer meistgespielten Form: Texas Hold'em . Am Ende weißt du wie man Poker spielt — von den s bis zum — und kannst dich an jeden Tisch setzen, ohne dass dir jemand über die Schulter schauen muss.
Vorwissen brauchst du keins. Wir gehen der Reihe nach durch.
Was ist Texas Hold'em
Texas Hold'em ist die Standardvariante des Pokerspiels: die Version, die bei der World Series of Poker, in Online-Räumen und in fast jeder Hausrunde gespielt wird, die nicht ausdrücklich etwas anderes ansagt.
Der Aufbau ist einfach:
- Jeder Spieler bekommt 2 verdeckte Karten, die nur er sieht
- Auf dem Tisch werden 5 n für alle offen aufgedeckt
- Deine sind die besten 5 Karten aus diesen 7
- Dazwischen liegen 4 Wettrunden
Gespielt wird mit einem 52er-Blatt ohne Joker, an einem Tisch mit 2 bis 10 Spielern. Am häufigsten sind Tische mit 6 Plätzen (6-max) und mit 9 Plätzen (Full Ring).
Das Ziel ist nicht die beste Hand. Das Ziel sind Chips. Du gewinnst sie entweder, indem du am Ende die stärkste Kombination zeigst, oder indem alle anderen vorher aussteigen — dann musst du nicht einmal deine Karten offenlegen.
Poker Regeln Schritt für Schritt
Eine komplette Hand folgt immer derselben Abfolge:
Blinds → Austeilen → → → → → Showdown
1. Die Blinds
Bevor überhaupt eine Karte fällt, müssen zwei Spieler eine Zwangseinlage bringen. Sie sorgen dafür, dass immer etwas im liegt und die Runde in Bewegung bleibt.
| Position | Bezeichnung | Einsatz |
|---|---|---|
| Button | Dealer Button (BTN) | Nichts. Markiert, von wo aus verteilt wird |
| Danach | Small Blind (SB) | Die Hälfte des Grundeinsatzes |
| Danach | Big Blind (BB) | Der volle Grundeinsatz |
Ein Tisch mit "1/2" bedeutet Small Blind 1 und Big Blind 2. Der Button wandert nach jeder Hand einen Platz weiter nach links, sodass jeder Spieler reihum durch alle en kommt.
In manchen Runden — vor allem in fortgeschrittenen en — kommt zusätzlich ein Ante dazu: eine kleine Zwangseinlage, die jeder Spieler bringen muss.
2. Das Austeilen
Der Dealer gibt jedem Spieler 2 verdeckte Karten, beginnend beim Small Blind und im Uhrzeigersinn.
Diese Karten gehören nur dir. Sie werden nicht gezeigt, nicht kommentiert und nicht getauscht: In Hold'em gibt es kein Abwerfen von Karten wie beim Poker.
3. Preflop: die erste Wettrunde
Als Erster spricht der Spieler links vom Big Blind, die Position heißt Under the Gun (UTG). Jeder wählt der Reihe nach zwischen:
- Aussteigen (Fold): Du gibst die Hand auf und verlierst deinen bisherigen Einsatz
- Mitgehen (Call): Du gleichst den höchsten Einsatz der Runde aus
- Erhöhen (): Du setzt mehr. Die Mindesterhöhung ist das Doppelte des vorherigen Einsatzes
Da der Big Blind bereits ein Einsatz ist, kannst du in der Preflop-Runde nicht einfach passen, außer du bist selbst der Big Blind und niemand hat erhöht.
Die Runde endet, sobald alle noch aktiven Spieler denselben rag investiert haben.
4. Flop: drei Gemeinschaftskarten werden aufgedeckt
Der verbrennt eine Karte und legt drei Karten offen in die Mitte. Sie gehören allen: Jeder darf sie für seine Hand nutzen.
Ab jetzt und bis zum Ende ändert sich die Sprechreihenfolge: Als Erster handelt der aktive Spieler, der dem Button am nächsten links sitzt. Jetzt kommt eine neue dazu:
- Passen (): Du setzt nichts, bleibst aber in der Hand. Nur möglich, wenn vor dir noch niemand gesetzt hat
- zen (Bet): Du bist der Erste, der in dieser Runde Chips in die Mitte legt
- Dazu weiterhin: mitgehen, erhöhen, aussteigen
5. Turn: die vierte Karte
Wieder wird eine Karte verbrannt, dann folgt eine weitere offene Karte. Neue Wettrunde mit denselben Optionen.
Der Turn ist meist der Punkt, an dem die Pots richtig zu wachsen beginnen: Es sind weniger Spieler übrig, und die Hände sind fast fertig geformt.
6. River: die fünfte und letzte Karte
Die letzte Gemeinschaftskarte wird aufgedeckt, und es folgt die abschließende Wettrunde. Danach kommt nichts mehr — was du hast, ist final.
7. Showdown: die Karten werden aufgedeckt
Sind nach dem River noch zwei oder mehr Spieler dabei, folgt der Showdown. Zuerst zeigt, wer zuletzt gesetzt oder erhöht hat; hat niemand gesetzt, beginnt der erste aktive Spieler links vom Button.
Es gewinnt die beste Kombination aus 5 Karten, frei gebildet aus deinen 2 Karten und den 5 in der Mitte. Du darfst beide nutzen, nur eine, oder gar keine.
Steigen im Laufe der Hand alle anderen aus, gewinnt der letzte verbliebene Spieler den Pot ohne seine Karten zu zeigen. Das ist völlig regelkonform und die Grundlage jedes gelungenen s.
Die Rangfolge der Poker-Hände
Zur Erinnerung die Hierarchie, von stark zu schwach:
| # | Hand | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | Royal Flush | A K Q J T |
| 2 | Straight Flush | 9 8 7 6 5 |
| 3 | Vierling (Quads) | Q Q Q Q 4 |
| 4 | Full House | J J J 8 8 |
| 5 | Flush | A J 9 6 3 |
| 6 | Straße | T 9 8 7 6 |
| 7 | Drilling | 7 7 7 K 4 |
| 8 | Zwei Paare | A A 6 6 9 |
| 9 | Ein Paar | T T K 7 2 |
| 10 | High Card | A Q 9 6 3 |
Bei Gleichstand entscheidet zuerst die Kategorie, dann die höchste Karte, und wenn selbst die fünf Karten identisch sind, wird der Pot geteilt. Die Details zu jeder einzelnen Hand mit Wahrscheinlichkeiten findest du hier: Poker Hände: Rangfolge aller Kombinationen.
Wer die Tabelle nur zum schnellen Nachschlagen braucht, findet die kompakte Druckversion unter Poker Reihenfolge zum Nachschlagen.
Die Positionen am Tisch
Die Position bestimmt, wer früher und wer später spricht. Von allen strukturellen Regeln ist das diejenige mit dem größten Einfluss auf dein Ergebnis.
| Position | Abkürzung | Wann du handelst |
|---|---|---|
| Under the Gun | UTG | Zuerst preflop. Die schlechteste Position |
| Middle Position | MP | Früh, mit wenig Information |
| Cutoff | CO | Vorletzter. Gute Position |
| Button | BTN | Letzter in jeder Runde außer preflop. Die beste Position |
| Small Blind | SB | Erster nach dem Flop. Schlecht |
| Big Blind | BB | Letztes Wort preflop, danach schlecht |
Zuletzt zu sprechen ist ein riesiger Vorteil: Du siehst, was die anderen tun, bevor du entscheidest. Deshalb werden vom Button aus mit denselben Karten deutlich mehr Hände gespielt als von UTG.
All-In und Side Pots
Du kannst jederzeit alle deine Chips setzen: Das ist ein All-in. Mehr als das, was vor dir liegt, kannst du nicht verlieren, und niemand kann dich zwingen, mitten in einer Hand noch Geld nachzulegen.
Geht ein Spieler mit weniger Chips als der Rest all-in, entsteht ein :
- Der Spieler mit 50 Chips geht all-in
- Zwei andere, mit je 200 Chips, zahlen mit und setzen weiter
- Den Hauptpot (50 × 3 = 150) kann jeder der drei gewinnen
- Alles, was über diese 50 Chips hinaus gesetzt wird, geht in den Side Pot, um den nur die beiden Spieler kämpfen, die weiter mitgegangen sind
Es kommt regelmäßig vor, dass eine Hand den Hauptpot an einen Spieler und den Side Pot an einen anderen verteilt.
Cash Game und Turnier: die Regelunterschiede
| Cash Game | Turnier | |
|---|---|---|
| Chips | Wert entspricht echtem Geld | Nur Zählwert |
| Ein- und Aussteigen | Jederzeit | Bis zum Ausscheiden |
| Blinds | Fest | Steigen in festen Abständen |
| Nachkaufen | Ja, jederzeit möglich | Nur, wenn Rebuy erlaubt ist |
| Auszahlung | Was du beim Verlassen hast | Nach Endplatzierung |
Die Poker Regeln selbst sind identisch. Was sich ändert, ist die Strategie: Im Turnier zwingen dich die steigenden Blinds dazu, mit der Zeit aggressiver zu spielen, auch wenn du das nicht willst.
Etikette-Regeln, die als bekannt vorausgesetzt werden
Am echten Tisch stört ein Etikette-Fehler oft mehr als eine schwache Entscheidung:
- Warte deinen Zug ab. Vorzeitiges Aussteigen gibt den anderen Informationen und kann die Hand ungültig machen
- Eine Aktion pro Zug. "Ich gehe mit" und dann "eigentlich erhöhe ich doch" gilt nicht: Die erste Ansage ist bindend
- Sag die Größe an oder lege die Chips in einem Zug hin. Chips in mehreren Etappen nachzulegen () ist verboten
- Zeig deine Karten nicht, solange die Hand noch läuft, auch nicht jemandem, der bereits ausgestiegen ist
- Kommentiere keine laufende Hand, wenn du selbst nicht mehr dabei bist
- Halte deine Chips sichtbar. Die wertvollsten dürfen nicht versteckt werden
Die typischen Fehler der ersten Sessions
- Zu viele Hände spielen. Normal ist, preflop die meiste Zeit auszusteigen. Langeweile gehört zum Spiel dazu.
- Bis zum River mitgehen, "um zu sehen was passiert". Jeder ohne Plan kostet auf Dauer Geld.
- Position ignorieren. Dieselbe Hand ist vom Button aus deutlich mehr wert.
- Einen mit einer unschlagbaren Hand verwechseln. Liegen vier Karten derselben auf dem , verliert ein niedriger Flush erstaunlich oft.
- s falsch lesen. Entscheidend ist der , nicht das Paar.
- Im Tilt weiterspielen. Nach einer schlechten Serie ist Aufstehen die profitabelste Entscheidung.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Karten werden beim Poker ausgeteilt?
Jeder Spieler bekommt 2 verdeckte Karten, dazu kommen 5 Gemeinschaftskarten: drei im Flop, eine im Turn, eine im River. Insgesamt stehen dir 7 Karten zur Verfügung, aus denen du deine besten 5 bildest.
Kann man beim Poker Karten tauschen?
Nein. Bei Texas Hold'em werden die eigenen Karten einmal ausgeteilt und danach nicht mehr getauscht. Das gehört zum Draw Poker, einer anderen Variante.
Wie viele Spieler braucht man?
Gespielt wird ab 2 Spielern (Heads-Up) bis zu 10. Mit weniger Spielern am Tisch bist du öfter am Zug und musst entsprechend mehr Hände spielen.
Wer spricht als Erster?
Preflop der Spieler links vom Big Blind. Ab dem Flop der erste aktive Spieler links vom Button.
Was passiert, wenn zwei Spieler dieselbe Hand haben?
Der Pot wird zu gleichen Teilen aufgeteilt. Wichtig: Es zählen immer nur fünf Karten, die sechste und siebte entscheiden nie mit, und auch die Farben spielen keine Rolle.
Kann ich mehr Chips setzen, als ich habe?
Nein. Maximal kannst du mit dem all-in gehen, was vor dir liegt. Geld während einer laufenden Hand nachzulegen ist ebenfalls nicht erlaubt.
Wie lange dauert eine Runde Poker?
Im dauert eine Hand meist 1 bis 2 Minuten, und du kannst jederzeit gehen. Ein Turnier dauert, bis ein Sieger feststeht: von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen bei großen Events.
Was ist der Unterschied zwischen Poker und Texas Hold'em?
"Poker" ist die Spielfamilie, Texas Hold'em die bekannteste konkrete Variante. Andere sind Omaha, Seven Card Stud oder Draw Poker, jede mit eigenen Austeil- und Wettregeln.
Wie es nach den Poker Regeln weitergeht
Die Poker Regeln sind in zwanzig Minuten verstanden. Was Zeit braucht, ist sie in automatische Entscheidungen zu verwandeln, damit du dich auf das Wesentliche konzentrieren kannst: welche Karten du spielst und was du tust, wenn nichts trifft.
Die Reihenfolge, die am besten funktioniert:
- Diese Regeln, bis dir der Ablauf einer Hand selbstverständlich ist
- Poker Hände: Rangfolge der Kombinationen — Hände auf einen Blick erkennen
- Poker Reihenfolge zum Nachschlagen — Starthände, und kompakt
- Preflop-Ranges nach Position — die profitabelste Entscheidung im ganzen Spiel
- Praxis mit sofortigem Feedback — spielen und danach auswerten, in dieser Reihenfolge
Werkzeuge und Referenzen:
Jetzt kennst du die Regeln. Als Nächstes kommen die Hände.
